Das zweite Pflegesymposium des Deutschen Roten Kreuzes am 18.5.2010 in Stuttgart stand unter dem Titel: "Die Pflege der Zukunft: selbst- oder fremdbestimmt?"
Referenten beleuchteten die Fragen nach dem Verhältnis von Pflege zu Qualität, Dokumentation und Bürokratie aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Als Vertreter des medizinischen Dienstes der Kostenträger betonte Jürgen Brüggemann (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen) die Notwendigkeit von Bürokratie auch und gerade in so komplexen Systemen wie in der Pflege. So seien Dokumentationen notwendiger Bestandteil der heutigen Arbeitswelt. Unnötiger Bürokratismus sei zwar zu vermeiden, aber Ergebnis- und Lebensqualität müsse nach wie vor weitgehend indirekt erhoben werden. Hierfür sei Bürokratie und Organisation unverzichtbar.
-Michael Wipp, Geschäftsführer und Qualitätsmana-gementbeauftragter der Haus Edelberg Dienstleistungs-gesellschaft für Senioren mbH, Karlsruhe, beleuchtete "Die Fußangeln des professionellen Alltags". Aus der Sicht des professionellen Alltags der Einrichtungen stellte er unter anderem Fragen nach einem unnötigen Wettstreit der Prüfungsinstanzen zur Aufdeckung von „gefährlicher Pflege“ - und dies bei unter-schiedlichen Definitionen. Auch fragte er nach dem Kosten/Nutzen Verhältnis der verschiedenen Prüfungen. Dies angesichts einer zu beobachteten Überforderung, Verängstigung/ Verunsicherung und eines zunehmenden Leistungsdrucks bei ohnehin steigender Arbeitsbelastung auf Grund veränderter Bewohnerstruktur in den Einrichtungen.
Weitere Themen des Symposiums waren: "Pflegepersonal zwischen Kostenträgern, Einrichtungen und Bewohnern" von Prof. Dr. Hermann Brandenburg (Pflegewissenschaftliche Fakultät, Hochschule Vallendar) und "Was ist der Kern zukünftiger Pflege" von Dr. Peter Michell-Auli (Kuratorium Deutscher Altenhilfe).
20.5.2010, (c) Text und Fotos: Udo Bangerter
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